Was ist Fastpath?
Fastpath und Interleaving
Wenn von “Fastpath” die Rede ist, dann ist zumeist auch von “Interleaving” die Rede. Bei den beiden Begriffen handelt es sich um unterschiedliche Übertragungsverfahren, mittels derer Daten aus dem Internet, sprich: von den von Ihnen angewählten Servern, zu Ihrem PC gelangen. Wenn Sie beispielsweise eine MP3-Datei aus dem Internet herunterladen wollen, dann kontaktieren Sie die Internet-Adresse, unter der diese MP3-File abgelegt ist. Ihr Rechner kontaktiert nach Eingabe dieser Adresse den Server des Anbieters, woraufhin der Download in der Regel startet.
Paketverluste
Nun ist es so, dass es in Datennetzwerken häufig zu so genannten “Paketverlusten” kommt. Da das Internet ein riesiges, de facto die ganze Welt umspannendes Datennetzwerk ist, treten auch hier Paketverluste auf. Mit anderen Worten: Während ihrer Übertragung von Punkt A (Server) zu Punkt B (lokaler Computer) können Daten “verloren” gehen. Dabei verschwinden die Daten freilich nicht unwiderruflich im Nirwana, vielmehr werden sie nach fehlerhafter bzw. unterbrochener Übertragung nochmals automatisch von Ihrem Rechner angefordert und vom Server des Anbieters infolge der wiederholten Anfrage nochmals verschickt.
Gründe für Paketverluste sind unter anderem schwache Leitungen, überlastete Knotenpunkte oder eine zu weite Entfernung Ihres DSL-Hausanschlusses zur nächstgelegenen Vermittlungsstelle Ihres Telekommunikationsanbieters, beispielsweise der Deutschen Telekom AG.
Wichtig in jedem Fall: Der “normale” Internetnutzer bekommt beim Surfen von solchen Datenverlusten in der Regel nichts mit. Fehlerhafte Datenpakete - etwa infolge der Übermittlung eines Downloads - werden umgehend wieder von Ihrem Rechner angefordert.
Was ist Interleaving?
Paketverluste kann man vermeiden - und zwar durch das Übertragungsverfahren Interleaving. Interleaving erhöht die Fehlertoleranz bei der Vermittlung von Daten zwischen Ihrem DSL-Hausanschluss (Modem) und der Vermittlungsstelle Ihres Telekommunikationsanbieters. Weist die entsprechende Leitung Störungen auf, so können diese mittels Interleaving korrigiert und behoben werden. Dadurch wird eine hohe Übertragungssicherheit der angeforderten Daten gewährleistet. Wie gesagt: Interleaving korrigiert lediglich Übertragungsfehler zwischen Ihrem Anschluss und der Vermittlungsstelle, nicht aber etwaige Fehler, die bis zum angefragten Server zurückreichen.
Bildlich gesehen erfolgt die Übertragung der Daten bei Interleaving im “Reißverschluss-Verfahren” (siehe Flash-Animation). Die zu übertragenden Daten werden quasi in Blöcke geteilt und abwechselnd ausgelesen - während der eine Block gelesen wird, wird der andere korrigiert. Anschließend werden alle Blöcke wieder zusammengesetzt. Durch eben diese Teilung in kleinere Datenblöcke ist es möglich, etwaige Fehler leichter zu korrigieren. Das heißt aber auch: Die Strecke, die die Daten von der Vermittlungsstelle zu Ihrem Rechner zurücklegen, wird zweimal oder sogar mehrmals ausgelesen.
Das Übertragungsverfahren Interleaving ist also umso wichtiger für DSL-Nutzer, je weiter diese von der Vermittlungsstelle entfernt wohnen - denn je größer die Entfernung zur Vermittlungsstelle, desto geringer ist in der Regel auch die Leitungsqualität. Hier schafft Interleaving Abhilfe, indem es durch besagte Verschachtelung Störsignale relativiert und bei der Datenübertragung korrigierend eingreift. Umgekehrt heißt das: Ohne Interleaving könnte das Anfordern von Datenpaketen länger dauern, wenngleich die Geschwindigkeit Ihrer Leitung natürlich die gleiche bleibt.
Pings, oder: warum Interleaving ausschalten?
Interleaving hat allerdings einen Nachteil - es führt zu längeren so genannten “Ping-Zeiten”. Ein Ping ist ein Datenpaket, welches Ihnen vom angewählten Server geschickt wird, sprich: die Antwort des Servers auf Ihre Anfrage. Diese Antwortzeit des Servers wird in Millisekunden (ms) angegeben - und je schneller der Server antwortet, desto besser ist der Ping.
Der Ping wird übrigens auch eingesetzt, um die Erreichbarkeit eines Rechners zu überprüfen. Wenn sich eine Internetseite nicht aufbaut, können Sie den Server “anpingen”. Ist der Rechner erreichbar, bekommen Sie dessen Antwortzeit in Millisekunden angezeigt. Antwortet er hingegen nicht - dies kann verschiedene Ursachen haben -, so ist der Server nicht erreichbar. Mit anderen Worten: Ihre “Gegenstelle” ist “down” oder von keinem Gerät besetzt. Folge: Die Internetseite wird nicht angezeigt, der Download startet nicht etc.
Die Fehlerkorrektur Interleaving führt - wie gesagt - zu längeren Ping-Zeiten. Zahlreiche DSL-Nutzer aber sind auf schnelle Pings angewiesen und würden deshalb gerne den Interleaving-Standard ausschalten. Die Alternative - soviel vorweg - heißt Fastpath.
Beim Übertragungsverfahren Fastpath wird auf besagte Fehlerkorrektur verzichtet - dafür sind die Pings schneller. Je nachdem, welche Übertragungsart Ihr Netzbetreiber favorisiert, gehen Sie über Ihren DSL-Anschluss also mit Interleaving oder Fastpath online - Sie selbst können das Übertragungsverfahren nicht ändern. Telekommunikationsanbieter, die auf Interleaving setzen, installieren dafür nämlich eine spezielle Software in der Vermittlungsstelle. Bestenfalls bietet Ihr Netzbetreiber Ihnen eine der beiden Übertragungsverfahren zur Auswahl an.
Nun macht es sich bei einigen Online-Anwendungen jedoch nicht bemerkbar, wenn die Fehlerkorrektur mittels Interleaving ausgeschaltet wird. Vor allem Online-Gamer verzichten dankend auf den Interleaving-Standard, aber auch bei Video-Konferenzen oder Telefonaten via Internet ist Interleaving eher hinder- als förderlich. Dann ist Fastpath gefragt.
Was ist Fathpath?
Fastpath bedeutet nichts anderes als, als dass die Fehlerkorrektur Interleaving ausgeschaltet wird. Bei Vermittlungsstellen, die sich sehr nah an den DSL-Knoten befinden (meist nur in Großstädten), ist die Fehlerrate nicht so hoch, so dass die Fehlerkorrektur fast komplett oder zum größten Teil abgeschaltet werden kann. Eben diese Einstellung nennt sich “Fastpath”. Die schnellere Einstellung gewährleistet dann auch einen niedrigeren “Ping”.
Regionale DSL-Anbieter sowie Arcor und QSC, die in Großstädten ein eigenes Netz betreiben, können deshalb Fastpath sehr viel leichter anbieten als die Deutsche Telekom, deren T-DSL-Angebot nahezu in ganz Deutschland erhältlich ist. Im Gegensatz zur Telekom also müssen Stadtnetzbetreiber weniger “in die Fläche” gehen, da sie ausschließlich Großstädte oder allenfalls noch Mittelzentren abdecken. Da die Telekom hingegen auch Kunden mit DSL versorgt, die in eher ländlich strukturierten Gebieten wohnen, greift sie standardmäßig auf die Fehlerkorrektur Interleaving zurück - das ist ebenso naheliegend wie notwendig.
Interleaving ist umso wichtiger, je länger die Leitung zur Vermittlungsstelle ist. Kunden, die mit “T-DSL light” ins Internet gehen, haben deshalb geringere Aussichten, für Fastpath freigeschaltet zu werden, als die Inhaber eines herkömmlichen Anschlusses. Aber auch bei denen wird die Verfügbarkeit individuell gemessen werden. Will heißen: Beauftragung und Leistungsmessung erfolgen individuell je Hausanschluss, nicht nach Straßen oder Gebieten. Dadurch verspricht sich die Telekom einen hohen Qualitätsstandard.
Je weiter also die Entfernung zur Vermittlungsstelle, desto geringer die Leitungsqualität, desto notwendiger der Interleaving-Standard. Und je größer die Entfernung zur Vermittlungsstelle ist, desto geringer ist die Aussicht auf Fastpath - ansonsten würde es zum Verlust von Paketen oder sogar steten Verbindungsabbrüchen kommen.










Gute Beschreibung! Endlich weiß ich was Fastpath überhaupt ist :)
schrieb Daniel 2. Januar 2009 um 00:08 Uhr
Super beschrieben.
schrieb Lothar 18. Januar 2009 um 13:25 Uhr
Gute beschreibung. Mein Fall 1000 DSL und T-Home will es nicht freischalten. Anrufen sache von einer Stunde bei mir und anscheinend geht da jetzt was vorran. Mein Tip an Fastpath interessenten druck bei T-Home machen. Obwohl mir gesagt worden ist es geht nur Online wir jetzt intern bei T-Home was gemacht. Denn logisch ist es wenn das Interleaving standart ist das es auch abschaltbar ist. Mal schaun XD meld mich die Tage
Peace
schrieb Christopher 11. Februar 2009 um 16:11 Uhr
Darf ich auch meinen Senf dazugeben?
Die Fehlerkorektur Interleaving findet nur zwischen dem ADSL-Modem und dem DSLAM statt. Deswegen weis ich nicht, wieso am Anfang auf das gesamte Internet angesprochen wird. Beim Interleaving wird eine gewisse Zahl von Bytes genommen und anders angeordnet (1 Byte = 8 Bit | 1 Bit = entweder 1 oder 0):
ByteA : aaaaaaaa
ByteB : bbbbbbbb
ByteC : cccccccc
ByteD : dddddddd
FastPath: aaaaaaaabbbbbbbbccccccccdddddddd
Interleaving: abcdabcdabcdabcdabcdabcdabcdabcd
Wenn nun Fehler auftreten (z.B. durch Störströme), können hin und wieder ein paar Bits verloren gehen, allerdings kann nach dem deinterleaving das verlorende leichter erraten werden wenn die störung stark war:
FastPath: aaaaaaaa________ccccccccdddddddd
Interleaving: abcdabcd________abcdabcdabcdabcd
Deinterleaving: aa__aaaabb__bbbbcc__ccccdd__dddd
@Christopher: Wenn das Signal-Rausch-Verhältnis zwischen deinem Modem und dem DSLAM nicht OK ist, dann wird dir T-Home FastPath nur auf deine Verantwortung freischalten, da schon klar ist, dass es zu starkem Datenverlust kommen wird.
Und da ist meine 2. Anmerkung: Interleaving kann von jedem Netzbetreiber geschaltet werden, da es sich nur auf die TAL (letzte Meile -> Telekombesitz) beschränkt und somit nicht von irgendwelchen Providern an eigene DSLAMs angeschlossen werden kann. Die “Software” von der in dem Artikel die Rede war, ist somit nicht Providerabhängig.
Der Provider hat nur die Wahl, ob er standartmäßig Interleaving anschaltet oder nicht, wobei die meißten Provider Interleaving für Sinnvoll halten.
Meine Meinung zu dem Artikel:
Dieser Artikel unterstreicht die Meinung vieler Verbraucher, dass die Telefonleitungen von jedem Provider selbst verlegt und angeschlossen werden. Dies ist allerdings nicht bzw. nur selten der Fall. Der größte Teil der Provider teilt sich die Leitungen mit der Telekom und muss daher auf alte Poststandarts oder auf Telekomstandarts zurückgreifen.
P.S. an alle Gamer: Fastpath lohnt sich nur, wenn die Leitung zwischen dem Modem und dem DSLAM in Ordnung ist! Da aber ein großer Teil der Leitungen schon sehr alt ist, würde FastPath in vielen Fällen zu disconnects in Spielen führen. Sollte der Provider zum FastPath nein sagen, solltet ihr es lieber akzeptieren!
schrieb Alexander Eßer 12. März 2009 um 18:56 Uhr
Achja, die Uhr des Servers auf dem die Seite liegt, steht noch auf Sommerzeit… Aber ist nicht schlimm… In 2 einhalb Wochen stimmt es dann wieder…
schrieb Alexander Eßer 12. März 2009 um 18:58 Uhr
Moin!
Also lohnt sich fastpath nich mit Tdsl-light ??
ich bin aktiver gamer un zocke mit 100 ping weil meine upload rate zu gering ist (9kb/s)
kann ich das verbessern?
schrieb Günter 21. Juni 2009 um 23:09 Uhr
@ Günter
Das lohnt sich, Ping wird fast um die Hälfte besser. Habe nur zur Zeit Zeit das Problem, Fastpath zu buchen. Funktioniert irgendwie nicht.
schrieb Walli 12. Juli 2009 um 16:58 Uhr
Hallo, ich bin zwar aus Luxemburg weiss aber, dass Fastpath angeboten wird.
Nun habe ich die Frage da ich aktiver Gamer bin und auch Online-Banking betreibe, ob es Fehler bei überweisungen oder sonstigen Online-Banking Aktionen geben kann??
vielen dank für Antworten
schrieb Ben 22. September 2009 um 15:10 Uhr
Emm woher kriege ich jetzt noch fastpath?
schrieb marv1n 3. Januar 2010 um 19:25 Uhr
@marv1n: Das steht bei jedem Anbieter dabei… Welchen DSL-Provider hast Du?
schrieb Thomas 4. Januar 2010 um 10:33 Uhr