ANGA fordert langfristig stabile Regulierung der TAL-Entgelte
Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber ANGA appelliert an die Bundesnetzagentur, ihrer bislang verlässlichen und auf den Infrastrukturwettbewerb setzenden Regulierung treu zu bleiben. Gerade die Höhe der TAL-Entgelte sind ein entscheidendes Signal für den Zeitpunkt und den Umfang der Investitionen in alternative Infrastrukturen. Dies gilt insbesondere für den möglichst raschen Übergang zu den neuen, hochleistungsfähigen „Next Generation Networks“ (NGN), die sowohl durch glasfaserbasierte Kabelnetze („Hybrid-Fibre-Coax“ HFC-Netze) als auch durch neue Glasfasernetze bis zu den Gebäuden oder Wohnungen (FTTB/H) realisiert werden.

Die Entscheidung über den Investitionszeitpunkt und die Wirtschaftlichkeit bisheriger und zukünftiger Investitionen in glasfaserbasierte Netze hängt maßgeblich von den Nutzungspreisen der herkömmlichen DSL- bzw. Kupfernetz-Infrastruktur ab. Der Aufbau und Umstieg zu glasfaserbasierten NGN würde durch die Absenkung der TAL-Entgelte auf Basis historischer Kosten konterkariert und verzögert. Erst das bewährte und seit Öffnung der TAL vor mehr als 10 Jahren angewandte Wiederbeschaffungskostenprinzip hat echten Infrastrukturwettbewerb ermöglicht.
Seit vielen Jahren investieren die deutschen Kabelnetzbetreiber aus eigener Kraft hohe Beträge in leistungsfähige Netze. Dazu Thomas Braun, Präsident der ANGA: „Die Kabelnetzbetreiber der ANGA haben in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 % ihres Umsatzes in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Kabelnetze investiert. Im vergangenen Jahr lagen die Investitionen bei ca. 750 Mio. Euro, für 2009 sind wieder über 700 Mio. Euro geplant. Diese Investitionen sind nur dann möglich, wenn das wettbewerbliche und regulatorische Umfeld nicht zum Nachteil der Kabelnetzbetreiber bzw. der bereits in Glasfaserinfrastruktur investierenden Betreiber verändert wird.“
Der mit den Absenkungsforderungen einhergehende abrupte Wechsel der Berechnungsmethodik würde die für Investitionen unverzichtbaren regulatorischen Ziele wie Planungssicherheit und Vertrauensschutz zugunsten allenfalls kurzfristiger Einsparungen preisgeben. Die Folge wären geringere und weit spätere Investitionen in NGN und damit langfristige volkswirtschaftliche Schäden.
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